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AMB 2026: Collaborative processes are driving automation

02. July 2026

When manufacturing companies seek to make their processes more efficient and flexible, automation solutions come to the fore – particularly where humans and machines are increasingly working collaboratively. AMB 2026 takes a practical approach to this key theme and demonstrates how collaborative processes are evolving within the field of machining. In this interview, Patrick Schwarzkopf, Managing Director of the VDMA Robotics + Automation Division, analyses the current drivers and provides an outlook on the developments that companies should now be keeping an eye on.

Automatisierung als eines der drei Fokusthemen: Kollaborative Prozesse gewinnen an Bedeutung

AMB: Die Robotik- und Automationsbranche erwartet für 2026 einen Umsatzrückgang von fünf Prozent – und trotzdem wächst der Druck auf Fertigungsbetriebe, zu automatisieren. Warum ist gerade jetzt der richtige Moment für kollaborative Prozesse, und was treibt Betriebe an, den Schritt zu wagen?

 

Patrick Schwarzkopf: In der Tat sehen wir noch eine deutliche Investitionszurückhaltung – aus unterschiedlichen Gründen, von geopolitischen Verwerfungen bis hin zu den bekannten Standortthemen. Dennoch ist der Trend zur Automatisierung ungebrochen. Der demografische Wandel wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen; deshalb müssen wir Tätigkeiten automatisieren, um die verbleibenden Fachkräfte zu unterstützen. Nur so bleiben wir wettbewerbsfähig. Entscheidend wird das Zusammenspiel von Mensch und Maschine. Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (im Folgenden KI) – insbesondere der generativen und der „physischen“ KI – eröffnet neue Möglichkeiten, etwa durch KI‑Agenten („Agentic AI“) und durch die deutlich einfachere Bedienung und Programmierung von Automationslösungen.

Bei Automatisierung wurde lange im Format der Großserie gedacht – Roboterlösungen sind heute auch für Kleinserien eine konkrete Option. Wie weit ist diese Entwicklung fortgeschritten und was braucht ein kleineres Unternehmen konkret, um die Automation in seiner Fertigung umzusetzen?

Die Mittelstandsautomation macht gerade große Sprünge. Die technologische Entwicklung der letzten Jahre war enorm – dadurch sinkt die Eintrittsbarriere für KMU spürbar. Typisch sind „Low Volume, High Mix“-Szenarien: Die Programmierung muss schnell, einfach und ohne großen Aufwand durch die Belegschaft möglich sein. Dafür gibt es heute zahlreiche No‑Code‑Ansätze, die keine Kenntnisse von Programmiersprachen erfordern. Automatisierungsabläufe lassen sich über grafische Oberflächen per Drag‑and‑Drop zusammenstellen. Roboterbahnen können zudem per Handführung „angelernt“ und auf Knopfdruck gespeichert werden. Die großen Hersteller haben dafür längst passende Mittelstandslösungen im Angebot. Oft reichen schon pragmatische Setups – etwa wenn ein Roboter nachts arbeitet und so einen Produktivitätssprung ermöglicht. Die Hürde ist häufig weniger die Technik als die Erwartung, Automation sei grundsätzlich zu kompliziert oder zu teuer. Das greift zu kurz, denn die Lösungen sind da – und auf Fachmessen wie der AMB gut zu sehen. Orientierung bietet beispielsweise Go4Robotics, eine Online-Plattform der International Federation of Robotics (IFR).

Wenn Programmierung und Bedienung einfacher werden, rückt auch die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter näher. Beide arbeiten heute zunehmend ohne Schutzzaun zusammen – erst durch KI-gestützte Sensorik ist das praxistauglich geworden. Was verändert das konkret im Shopfloor, und wie müssen Betriebe Prozesse und Belegschaft neu denken?

Kollaborative Roboter (Cobots) haben sich bereits gut etabliert. In vielen Anwendungen geht es jedoch eher um „Ko‑Existenz“ – also den Betrieb ohne Schutzzaun – und damit um echte, direkte Interaktion. Eine neue Stufe enger Zusammenarbeit sehen wir aktuell bei der humanoiden Robotik. Hier macht die KI große Sprünge: Es geht um die Interpretation der Umgebung und um sinnvolles, eigenständiges Agieren. Noch ist viel Pionierarbeit nötig, aber humanoide Roboter verlassen zunehmend die Forschungslabore und kommen in erste Testanwendungen in der Industrie. Bis zur breiten Anwendungsreife ist es ein längerer Weg – gleichzeitig treibt die humanoide Robotik die enge Interaktion zwischen Mensch und Maschine voran, etwa durch die Möglichkeit, mit Robotern zu sprechen.

Viele dieser Entwicklungen lassen sich am besten live bewerten. Die AMB vereint im September in Stuttgart das gesamte Spektrum der Metallzerspanung unter einem Dach – von Herstellerinnen und Hersteller, über Anwenderinnen und Anwender bis zur Forschung. Was kann diese einzigartige Konstellation leisten, um kollaborative Automatisierung in der Breite voranzubringen – und warum ist ein Besuch für alle, die in der Metallzerspanung über Automatisierung nachdenken, unverzichtbar?

Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Relevanz: Laut Weltroboterverband IFR ist „Machine Tending“ – also das automatisierte Einlegen und Entnehmen von Teilen an Bearbeitungsmaschinen – eine der Hauptanwendungen von Robotik: Innerhalb eines Jahrzehnts stiegen die jährlichen Neuinstallationen von Robotern für Handhabungsanwendungen an Werkzeugmaschinen von 14.500 Einheiten (2015) auf 19.000 Einheiten (2024). Für 2025 deuten vorläufige IFR-Zahlen auf weiteres deutliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich hin. Auch der Einsatz von Cobots ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen: 2024 wurden weltweit rund 65.000 kollaborative Roboter installiert – das entspricht 12 Prozent aller Industrieroboter. Die größten Zuwächse sehen wir bei der mobilen Robotik, die Maschinen flexibel vernetzt – etwa über mobile Manipulatoren, also mobile Plattformen mit Roboterarm. Einen so kompakten, branchenspezifischen Überblick wie auf einer Fachmesse bekommt man kaum: Auf der AMB erlebt man Automatisierung für die Metallzerspanung „zum Anfassen“.

Quelle | AMB