Technical expertise and market-oriented grinding solutions
When experience, industry knowledge and entrepreneurial courage come together, companies with sustainable added value for the market are created. Ritter + Welsch Schleiftechnik GmbH & Co. KG (RWS) has stood for exactly that since its foundation in 2013. Martin Welsch and Dirk Ritter combine decades of experience in the grinding industry – and from the very beginning, they had a firm belief in the joint success of the company. This conviction has shaped the company's entrepreneurial activities from the outset and has proven to be a solid foundation for consistent, goal-oriented action – and ultimately for sustainable growth.
In the tranquil market town of Buch, east of Illertissen, the founders, together with a small, highly qualified team, have built up a company that has established itself as a competent link between tool manufacturers and users. Close partnerships with selected suppliers enable RWS to implement tailor-made solutions for individual customer requirements. Originally starting out with the plan to set up their own production facility, they consciously decided to take a different path – with success, as the development of the company shows. In the following interview, Mr Ritter and Mr Welsch reveal the reasons behind this decision and how they took their first steps towards independence.
DIAMOND BUSINESS: Herr Welsch, Sie und Herr Ritter hatten ursprünglich die Idee, eine eigene Produktion für CBN- und Diamantschleifscheiben aufzubauen. Warum haben Sie sich später dagegen entschieden und den Plan verworfen?
Martin Welsch: Ja, ursprünglich war der Gedanke einer eigenen Fertigung für uns naheliegend. Doch je mehr wir darüber nachdachten, desto klarer wurde: Warum sollten wir unsere ganze Energie in die Produktion stecken, wenn andere diese Arbeit genauso gut leisten können? Unser Ansatz ist ein anderer – wir nutzen die vorhandene Kompetenz am Markt und konzentrieren uns darauf, die ideal passenden, maßgeschneiderten Produkte für unsere Kunden bereitzustellen.
Dank meiner langjährigen Erfahrung in der Branche kenne ich die Anforderungen der Kunden sehr genau. Ich habe in verschiedenen Unternehmen die CBN- und Diamantfertigung aufgebaut, den Handwerksmeister gemacht und war im Vertrieb bei großen Werkzeugherstellern tätig. Dadurch wissen wir genau, welche Produkte für welchen Kunden und für welchen Anwendungsfall geeignet sind.
Unser Vorteil liegt also in der gezielten Auswahl und Vermarktung: Wir arbeiten mit festen, zuverlässigen Partnern zusammen, kaufen nach Bedarf ein und legen die Qualitätsauslegungen selbst fest – das ist unsere Kernkompetenz. Die Fertigung kann im Prinzip jeder Hersteller für uns übernehmen, nach unseren Vorgaben und Rezepturen. Der entscheidende Mehrwert entsteht durch unsere Marktkenntnis und die passgenaue Beratung für den Kunden.
Gab es einen bestimmten Moment oder ein Erlebnis, in dem Ihnen beiden klar wurde, dass Sie nicht länger im Angestelltenverhältnis bleiben, sondern den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollten?
Zum einen hatten wir über die Jahre viele Erfahrungen gesammelt und bestimmte Werte und Ziele vor Augen. Irgendwann war dann der richtige Zeitpunkt gekommen, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Wir hatten klare Vorstellungen davon, wie wir unternehmerisch arbeiten wollten – welche Werte, Visionen uns leiten und welche Ziele wir erreichen wollten. Gemeinsam mit Herrn Ritter, der ähnlich denkt und die gleichen Wert- und Zielvorstellungen teilt, haben wir die Rollen klar aufgeteilt: Ich übernehme den technischen Vertrieb, Herr Ritter kümmert sich um alle kaufmännischen Aufgaben. So kann jeder seine Stärken einbringen und wir ergänzen uns optimal.
Wie lange hat es von der Entscheidung für die Selbstständigkeit bis zur konkreten Umsetzung gedauert – und wie haben Sie die ersten Monate in der eigenen Firma erlebt?
Von der Entscheidung bis zur Umsetzung verging etwa ein halbes Jahr. Wir waren voller Euphorie und überzeugt, dass wir den richtigen Schritt gehen. Jeder von uns brachte seine Erfahrungen und Kompetenzen ein, und wir gingen schrittweise vor.
Natürlich ist der Sprung aus einem sicheren Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit ein Sprung ins Ungewisse – mit privaten Verpflichtungen und manchmal schlaflosen Nächten. Dennoch haben wir den Start gemeinsam gemeistert, und sehr schnell wuchs unser Unternehmen. In unserer bisherigen Firmengeschichte ging es immer vorwärts; Stillstand oder Rückschritte gab es nie, und der Erfolg hat uns Recht gegeben.
Ein Punkt, auf den wir besonders stolz sind, ist, dass wir seit vielen Jahren komplett eigenfinanziert sind. 2013, als wir begonnen haben, mussten wir noch zur Bank. Ich erinnere mich noch genau: Mit unserem Businessplan gingen wir zur Sparkasse doch der Berater wollte ihn nicht einmal anschauen und riet uns, es uns noch einmal zu überlegen. Kurz waren wir verunsichert, aber wir ließen uns davon nicht beeindrucken: Schnell fanden wir eine andere Bank, die unseren Plan sorgfältig prüfte und uns sofort zusagte. Danach ging alles schnell, und wir konnten wirklich durchstarten.
Die Schleifmittelbranche ist stark umkämpft und es gibt viele etablierte Hersteller. Wie haben Sie es geschafft, sich als Newcomer erfolgreich zu behaupten?
Dirk Ritter: Für uns war von Anfang an klar: Qualität ist entscheidend – aber allein reicht das nicht. Genauso wichtig ist Reaktionsfreude: Wie schnell kann ich ein Angebot erstellen, wie schnell eine Auftragsbestätigung senden? Kunden merken sofort, wenn sie zu lange warten, und reagieren sensibel darauf. Wir gehen aktiv auf unsere Kunden zu, haken bei Angeboten nach – und sehr oft hören wir, dass unsere schnelle Rückmeldung geschätzt wird, weil sie noch auf Angebote anderer Lieferanten warten. Diese proaktive Kommunikation wird sehr wohlwollend aufgenommen. Und natürlich muss auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen. Wenn all das zusammenkommt – hohe Qualität, schnelle Reaktionszeiten, kundenorientierte Betreuung und faire Konditionen – dann positioniert man sich auch als Newcomer erfolgreich im Markt.
Martin Welsch: Eine unserer größten Stärken ist darüber hinaus unsere Flexibilität. Wir lassen viele individuelle Schleifscheiben nach Kundenwunsch fertigen – Aufträge, die andere Hersteller oft ablehnen, weil der Aufwand höher ist. Gerade im Bereich maßgeschneiderter Werkzeuge sind wir deshalb besonders leistungsstark. Über die Jahre haben wir ein Netzwerk ausgewählter Werkzeughersteller aufgebaut, die die nötige Kompetenz für diese Sonderaufträge mitbringen. Wir wählen diese nach klaren Kriterien aus, damit Qualität und Liefertreue jederzeit stimmen. Schnelligkeit ist ein weiterer entscheidender Faktor. Eine CBN-Scheibe liefern wir in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen, bei Abrufaufträgen geht die Ware normalerweise noch am selben Tag hier vom Standort Buch direkt an den Kunden.
Dass wir unseren Job gut machen, zeigt sich auch an der Weiterempfehlung durch unsere Kunden. Für uns ist das der beste Beleg dafür, dass wir alles richtig machen: Wenn der Kunde zufrieden ist, haben alle Beteiligten ihren Job erfolgreich erledigt.
Wie häufig besuchen Sie Ihre Kunden persönlich vor Ort – hat sich das im Laufe der Zeit verändert?
Martin Welsch: Am Anfang waren wir natürlich deutlich häufiger beim Kunden, um Vertrauen aufzubauen und die Zusammenarbeit zu etablieren. Mit der Zeit hat sich das etwas reduziert, denn wenn die Kunden zufrieden sind und eine stabile Bindung besteht, ist ein ständiger Besuch nicht mehr zwingend notwendig.
Trotzdem ist es nach wie vor wichtig, in regelmäßigen Abständen präsent zu sein. Manche Kunden wünschen eine intensivere Betreuung, und bei ihnen sind wir entsprechend öfter vor Ort. Die persönliche Präsenz bleibt also ein wichtiger Baustein, um die Beziehungen zu pflegen und individuell auf die Bedürfnisse unserer Kunden einzugehen.
Dirk Ritter: Für die Zukunft planen wir, einen weiteren Vertriebsmitarbeiter einzustellen. Es ist nicht schwer, Personal zu finden – die Herausforderung liegt vielmehr darin, die richtige Person zu gewinnen: Jemanden, der Fachkenntnis mitbringt, sich mit unserem Unternehmen identifiziert und bereits Erfahrung in der Branche hat. Schnell einen Mitarbeiter einzustellen ist die eine Sache, die passende Person mit Motivation und Expertise zu finden, die wirklich zu uns passt, ist deutlich anspruchsvoller. Gerade im Vertrieb bleibt die persönliche Kundenpräsenz nach wie vor das A und O. Und daran arbeiten wir.
Was würden Sie heute als Ihr Kerngeschäft bezeichnen – und wie hat sich das im Laufe der Zeit entwickelt?
Dirk Ritter: Beim Start war unser Fokus noch anders gewichtet: Etwa zwei Drittel unserer Produktion entfielen auf konventionelle Schleifscheiben, etwa ein Drittel auf CBN- und Diamantschleifscheiben. Heute hat sich dieses Verhältnis komplett umgekehrt, und der Trend setzt sich klar fort – CBN-Schleifscheiben gewinnen stetig an Bedeutung.
Martin Welsch: Vor einigen Jahren gab es zudem den Trend zu Scheiben mit Carbon-Schleifträgern. Diese sind zwar noch am Markt, aber häufig werden sie für Anwendungen eingesetzt, bei denen ihr Einsatz wenig Sinn macht. Oft gibt es günstigere Alternativen, die genauso gut funktionieren. Carbon klingt attraktiv, hat aber Nachteile in der Entsorgung und ist aus unserer Sicht nicht so umweltfreundlich, wie man es sich wünschen würde. Deshalb wird heute aktiv darüber nachgedacht, wie sich Carbon durch andere Materialien ersetzen lässt – die Optik ist zwar ansprechend, aber für uns zählen vor allem Effizienz, Praxistauglichkeit und Nachhaltigkeit.
Haben Sie auch Abrichtwerkzeuge in Ihrem Portfolio?
Martin Welsch: Absolut – wir bieten das komplette Abrichtwerkzeug-Programm, inklusive unserer eigens entwickelten Abrichtspindel. Gemeinsam mit einem erfahrenen Konstrukteur haben wir diese Spindel konzipiert und sie wird hier in Deutschland gefertigt. So garantieren wir höchste Präzision, Qualität und Zuverlässigkeit – für beste Ergebnisse bei jedem Einsatz.
Wie gestaltet sich momentan der Wirtschaftsstandort Deutschland für Sie?
Dirk Ritter: Wir sind sehr breit aufgestellt und ein großer Schwerpunkt liegt interessanterweise im Bereich der Lebensmittelproduktion. Das spielt uns aktuell in die Karten – essen tun wir schließlich immer! In der Pharmaindustrie sind wir ebenfalls sehr stark. Daher spüren wir die wirtschaftlichen Schwankungen kaum. Im Automotive-Bereich sind wir kleiner, und im Werkzeugbau ist die Lage unterschiedlich: Manche Kunden sind voll ausgelastet, andere haben Kurzarbeit eingeführt. Insgesamt können wir aber klar sagen: Wir stehen solide da – flexibel, krisenfest und bereit, Chancen aktiv zu nutzen.
Sie waren bereits auf der GrindTec und jetzt auch auf der GrindingHub vertreten. Welche Rolle spielen Messen für Ihr Unternehmen?
Messen sind für uns vor allem ein direkter Draht zu unseren Kunden und potenziellen Neukunden. Persönlich vor Ort zu sein, macht einen großen Unterschied – man wird einfach anders wahrgenommen. Ob sich jede Messe finanziell sofort auszahlt? Das lässt sich schwer messen. Für uns steht der Kundenkontakt, die Pflege bestehender Beziehungen und das Knüpfen neuer Verbindungen klar im Vordergrund. Deshalb setzen wir weiterhin auf gezielte Messeteilnahmen, wie etwa die kommende GrindingHub im Mai. Gleichzeitig bleiben wir flexibel: Wenn sich zeigt, dass ein Auftritt nicht den gewünschten Mehrwert bringt, passen wir unsere Strategie an. Nichts ist für ewig festgeschrieben – wir reagieren sofort, falls wir erkennen würden, dass es keinen Sinn mehr macht. Aber, im Mai sind wir auf jeden Fall wieder auf der GrindingHub in Stuttgart vertreten.
Eine Abschlussfrage: Was wird der Markt künftig von Ihnen fordern?
Der Markt verlangt zunehmend Präzision und Innovation. Materialien werden komplexer, Toleranzen enger, und die Kunden erwarten Werkzeuge, die diesen Anforderungen mühelos standhalten. Genau hier setzen wir an: Mit hochwertigen, passgenauen Lösungen und unserem stetigen Streben nach den besten Ergebnissen sichern wir den Erfolg unserer Kunden – heute und in der Zukunft.
FIRMEN INFORMATION
| Geschäftsführer: | Dirk Ritter, Martin Welsch |
| Gegründet: | 2013 |
| Produktportfolio: | Konventionelle Schleifwerkzeuge in keramischer, Kunstharz- und Gummi-Bindung |
| CBN- und Diamantschleifwerkzeuge in keramischer, galvanischer, Kunstharz-, Metall- und Hybrid-Bindung | |
| Abrichtwerkzeuge stehend und rotierend | |
| Zubehör (Bürsten, Feilen, Abziehsteine) | |
| Serviceleistungen (Nachschärfen, Nachprofilieren, Wiederbelegung) | |
| Mitarbeiter: | 7 |
| Exportanteil: | 12% |
Quelle | RWS
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