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Diamantähnliche Kohlenstoffschichten auf dem Weg zur Hochleistungsfunktion

30. Juni 2026

DLC- und ta-C-Technologien entwickeln sich zu Schlüsselmaterialien für extreme industrielle Anwendungen in Werkzeugen, Tribologie und Oberflächenschutz

Diamantähnliche Kohlenstoffschichten (DLC) und tetraedrische amorphe Kohlenstoffsysteme (ta-C) zählen zu den leistungsfähigsten Funktionsschichten der modernen Oberflächentechnik. Sie verbinden extreme Härte mit sehr niedrigen Reibwerten, hoher Verschleißbeständigkeit und chemischer Stabilität. Damit sind sie heute unverzichtbar für zahlreiche industrielle Anwendungen – insbesondere in der Metallbearbeitung, im Werkzeugbau, in tribologisch hoch belasteten Systemen sowie in der Medizintechnik und Raumfahrt. Aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich werden auf der PSE 2026 – International Conference on Plasma Surface Engineering, die vom 31. August bis 4. September 2026 in Erfurt stattfindet, vorgestellt.

Mit rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wissenschaft und Industrie sowie einer begleitenden Fachausstellung mit über 60 internationalen Ausstellern zählt die PSE zu den weltweit führenden Plattformen für Plasma- und Oberflächentechnologien. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung, industriellen Skalierung und Anwendung diamantähnlicher Kohlenstoffschichten in Hochleistungs- und Fertigungsprozessen.

Hochleistungs-DLC für Werkzeuge und tribologische Systeme

Ein zentrales Anwendungsfeld von DLC- und ta-C-Schichten bleibt die Metallbearbeitung. Moderne Zerspanungs- und Umformprozesse stellen extreme Anforderungen an Werkzeugoberflächen – insbesondere bei der Bearbeitung hochfester Stähle, Titanlegierungen oder nickelbasierter Superlegierungen.

Auf der PSE 2026 werden aktuelle Entwicklungen vorgestellt, die die Leistungsfähigkeit von Werkzeugbeschichtungen deutlich erweitern. Dazu gehören hochverschleißfeste DLC- und ta-C-Schichten für Schneidwerkzeuge, verbesserte Beschichtungen für Umformwerkzeuge sowie tribologisch optimierte Oberflächensysteme für Trocken- und Minimalmengenschmierung. Auch der Einsatz in Gleit- und Lageranwendungen unter hohen Lasten sowie in abrasiven Umgebungen wird intensiv diskutiert.

Von klassischen Hartstoffschichten zu funktionalen Kohlenstoffsystemen

Neben der Werkzeuganwendung entwickelt sich DLC zunehmend von einer reinen Hartstoffbeschichtung hin zu einem multifunktionalen Oberflächensystem. Graphen-verstärkte Kohlenstoffstrukturen, metall- oder stickstoffdotierte DLC-Schichten sowie hybride Materialsysteme ermöglichen gezielt einstellbare Reibwerte, verbesserte Verschleißstabilität und neue funktionale Eigenschaften.

Besonders im Fokus stehen adaptive tribologische Systeme, die ihr Reibverhalten unter unterschiedlichen Belastungs- und Umgebungsbedingungen verändern können. Damit entstehen neue Möglichkeiten für energieeffiziente Maschinenkomponenten und langlebige industrielle Systeme.

Industrielle Skalierung und Prozessinnovation

Ein wesentlicher Entwicklungsschwerpunkt liegt auf der industriellen Herstellung hochwertiger DLC- und ta-C-Schichten. Verfahren wie HiPIMS, PECVD, gefilterte Kathodenlichtbögen sowie Ionenimplantation werden weiterentwickelt, um reproduzierbare Schichten mit hoher Qualität und wirtschaftlicher Abscheiderate zu ermöglichen.

Dabei spielen insbesondere Beschichtungsstabilität, Defektfreiheit, Schichtdicke und Prozesskontrolle eine zentrale Rolle – Faktoren, die für den breiten industriellen Einsatz in der Metallbearbeitung entscheidend sind.

DLC zwischen Werkzeugtechnologie und Hochleistungsanwendung

Die Vielfalt der Beiträge zeigt, dass diamantähnliche Kohlenstoffschichten längst ein integraler Bestandteil moderner Werkzeug- und Oberflächentechnologien sind. Gleichzeitig eröffnen neue Materialkonzepte und Prozessentwicklungen zusätzliche Potenziale für Hochleistungsanwendungen in extrem belasteten Umgebungen.

Die PSE 2026 bietet damit einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand und die zukünftigen Entwicklungen im Bereich diamantähnlicher Kohlenstoffschichten – von der Grundlagenforschung bis zur industriellen Anwendung in der Metallbearbeitung und im Werkzeugbau. Der enge Austausch zwischen Forschung und Industrie schafft dabei ideale Voraussetzungen, um neue Beschichtungsinnovationen schnell in marktfähige Lösungen zu überführen.

PSE 2026 – International Conference on Plasma Surface Engineering
31. August – 4. September 2026 | Messe Erfurt
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