Innovation, Nachwuchs und Zukunftsperspektiven
- vor Ort bei STUDER
Unter dem Leitmotiv „Swiss Made“ lud die Fritz Studer AG internationale Fachmedienvertreter an ihren Hauptsitz nach Steffisburg zur Jahrespressekonferenz 2026. Das Schweizer Unternehmen für Präzisions-Rundschleifmaschinen präsentierte an diesem Tag nicht nur seine Geschäftszahlen, sondern auch Innovationen, Investitionen in Infrastruktur und die Rolle der nächsten Generation - ein umfassender Einblick in die Strategie und Kultur des Traditionsunternehmens.
Stabile Entwicklung in herausfordernden Zeiten
Das Geschäftsjahr 2025 war von geopolitischen Spannungen und konjunktureller Zurückhaltung geprägt. Dennoch gelang es STUDER, seine weltweite Marktposition zu festigen und in wichtigen Regionen auszubauen. Der Gesamtumsatz lag leicht unter dem Vorjahr, übertraf jedoch dank eines starken Jahresabschlusses die Erwartungen.
Besonders positiv entwickelte sich der Markt in Nordamerika, aber auch Asien. Allen voran zeigte China eine stabile Nachfrage. Der Maschinen-Auftragseingang übertraf insgesamt das Vorjahr, bemerkenswert ist dabei der Anteil von 44 Prozent Neukunden. Einzelne europäische Märkte wie Deutschland, Italien und die Schweiz blieben hinter den Erwartungen, wobei STUDER insgesamt weltweit Marktanteile behaupten oder ausbauen konnte.
Die Luft- und Raumfahrt entwickelte sich dabei besonders dynamisch und machte erstmals fast ein Drittel aller Aufträge aus. Auch Precision Engineering, Maschinenbau und die Automobilindustrie trugen zu einer stabilen Geschäftsentwicklung bei. Die S33 blieb die meistverkaufte Maschine, gefolgt von S31 und S41. Die Innenrundschleifmaschine S141 erzielte eines der besten Verkaufsergebnisse der vergangenen zehn Jahre.
Customer Care und operative Exzellenz
Im Bereich Customer Care erreichte STUDER neue Rekordumsätze bei Service- und Wartungsverträgen. In vielen Märkten sind mittlerweile über 70 Prozent der installierten Maschinenbasis in Wartungsprogramme eingebunden. Auch bei Maschinenüberholungen verzeichnete das Unternehmen einen der besten Auftragsbestände in seiner über 114-jährigen Geschichte.
Parallel dazu wurden die Produktions- und Logistikprozesse optimiert: Ein Meilenstein war die Inbetriebnahme eines hochmodernen, vollautomatisierten Kleinteilelagers mit 32 autonomen Robotern und 16.000 Behältern. Dieses steigert die Effizienz in Maschinen- und Ersatzteillogistik erheblich und bildet ein wichtiges Fundament für weiteres Wachstum. Zudem wurden Digitalisierungsschritte auf dem Weg zur papierlosen Fertigung konsequent vorangetrieben.
Ein strategisch bedeutendes Ereignis war 2025 die Integration in die neu firmierende United Machining Solutions. Die Gruppe zählt mit über 1,5 Milliarden US-Dollar Umsatz und rund 5.000 Mitarbeitenden weltweit zu den führenden Werkzeugmaschinenherstellern. Im Zuge dieser Entwicklung bezog das STUDER-Kompetenzzentrum für Innenrundschleifen moderne Räumlichkeiten in Biel und stärkte damit seine Rolle innerhalb des internationalen Verbunds.
Innovation als kontinuierlicher Anspruch
Im technologischen Fokus stand 2025 insbesondere die Weltpremiere der Universal- Rundschleifmaschine S23. Mit kompaktem Design, hoher Präzision und moderner Steuerung richtet sie sich an Anwender, die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit kombinieren möchten. Ebenfalls positiv aufgenommen wurde die neue Generation der favoritCNC mit aktueller FANUC-Technologie und erweiterten Automationsmöglichkeiten.
Ergänzend dazu wurden digitale Funktionen weiterentwickelt. Mit dem C.O.R.E.-Release 5.0 erhalten Kunden direkten Zugriff auf das herstellerunabhängige Kundenportal von Transaction Network über das Maschinen-Bedienpanel. Live-Statusupdates und transparente Maschineninformationen unterstützen eine vernetzte Produktion.
Bis hierhin dominieren Zahlen, Technologien und strategische Entscheidungen das Bild. Doch die Pressekonferenz machte deutlich, dass hinter dieser Entwicklung mehr steht als reine Kennzahlen. STUDER versteht sich nicht nur als Maschinenhersteller, sondern als Unternehmen mit gewachsener Kultur und klarer Wertebasis.
Ausbildung und Tradition als gelebte Unternehmensphilosophie
Ein zentrales Element dieser Wertebasis ist die duale Ausbildung. Rund zehn Prozent der Belegschaft sind Lernende - ein hoher Anteil, der den Stellenwert der Nachwuchsförderung verdeutlicht. Regelmäßige Erfolge bei den SwissSkills zeigen die Qualität der Ausbildung.
Vor der Enthüllung der neuen S23 wurde das umfassende Trainingsprogramm durch den Ausbildungsleiter vorgestellt. Die Präsentation machte deutlich, wie strukturiert, praxisnah und langfristig die Förderung junger Talente angelegt ist.
In Verbindung damit fand eine symbolträchtige Vorführung des traditionellen Schweizer Schwingen statt. Zwei Auszubildende traten im sportlichen Wettkampf gegeneinander an – ein bewusst gewähltes Bild für Fairness, Leistungsbereitschaft und Verwurzelung in der Schweizer Tradition. Die Botschaft: Fortschritt entsteht auf einem stabilen Fundament.
Die Inszenierung der S23
Im Anschluss wechselte die Veranstaltung in ein Nebengebäude. Dort wartete die nächste Szene:
Drei Auszubildende erklommen eine Kletterwand. Der Aufstieg stand sinnbildlich für Mut, Zielstrebigkeit und die Bereitschaft, neue Höhen zu erreichen. Schritt für Schritt nach oben – mit dem Blick nach vorn und dem festen Willen, die Zukunft aktiv mitzugestalten.
In diesem symbolischen Moment fiel schließlich das schwarze Tuch – und die neue S23 wurde sichtbar.
Die Inszenierung war dabei weit mehr als ein Showelement. Sie brachte zum Ausdruck, wie eng bei STUDER Innovation und Nachwuchs miteinander verbunden sind. Fortschritt entsteht hier nicht losgelöst von den Menschen, sondern durch sie. Technologie und nächste Generation verschmolzen in einem gemeinsamen Bild – als Zeichen dafür, dass Zukunft nicht nur entwickelt, sondern auch getragen wird.
Schweizer Akzente im Abendprogramm
Auch das Abendprogramm stand ganz im Zeichen von „Swiss Made“ und führte die internationalen Gäste hinaus in die Schweizer Bergwelt. Mit der neuen Schilthornbahn zwischen Stechelberg und Mürren – seit Dezember 2024 die steilste Pendel-Seilbahn der Welt – ging es hinauf Richtung Piz Gloria auf dem Schilthorn. Eine Schnitzeljagd verband die einzelnen Stationen zu einem abwechslungsreichen Erlebnis.
Da die Fahrt in den Abendstunden stattfand, rückte nicht das Panorama in den Vordergrund, sondern die besondere Stimmung in der Dunkelheit auf 2.970 Metern Höhe.
Das Drehrestaurant, bekannt aus dem James-Bond-Film „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“, bot einen atmosphärischen Rahmen für Gespräche abseits des offiziellen Programms. Technik, Tradition und Schweizer Identität verschmolzen so auch außerhalb der Werkshallen zu einem erlebbaren Ganzen.
Die Mischung aus fachlicher Tiefe, persönlicher Begegnung und Inszenierung prägte den Charakter der gesamten Veranstaltung. Die Veranstaltung zeigte damit eindrucksvoll, dass die Pressekonferenz weit mehr war als die Präsentation von Kennzahlen: Sie war ein ganzheitliches Statement für Unternehmenskultur, Innovationsanspruch und gelebte Partnerschaft.
Zuversichtlicher Blick nach vorn
Vor diesem Hintergrund wirkt auch der Ausblick auf 2026 wie eine logische Fortsetzung der gezeigten Strategie. Im dritten und insbesondere im vierten Quartal 2025 stiegen die Maschinenstückzahlen deutlich an – eine Entwicklung, die sich aus heutiger Sicht fortsetzen dürfte. Das Unternehmen erwartet für das laufende Geschäftsjahr eine erneute Steigerung.
Die Nachfrage nach hochwertigen Schleifmaschinen zieht an, die Resonanz auf die neue S23 ist sehr gut, erste Maschinen wurden bereits erfolgreich verkauft und ausgeliefert. STUDER plant, weiterhin gezielt in Innovation, Infrastruktur und Mitarbeitende zu investieren.
Mit technischer Exzellenz, einer starken Marktpräsenz und gelebter Ausbildungskultur zeigt STUDER, dass wirtschaftlicher Erfolg, Tradition und Zukunftsorientierung kein Widerspruch sind, sondern gemeinsam den Weg für nachhaltiges Wachstum bilden.

